Schrab, Schrab, Schrab, Schrab …. Ein seltsames Schabegeräusch stört die Stille. Ich habe es mir auf der Hollywoodschaukel mit einem Buch gemütlich gemacht und wollte gerade beginnen zu lesen. Mit den Augen suche ich nach der störenden Geräuschquelle und entdecke zu meiner Überraschung eine Wespe, die auf unserem Sichtschutz aus Holz sitzt und an der Oberfläche schabt. Was soll das denn werden, Gott? Haben die nichts anderes zu fressen?

„Nein, meine Liebe, sie will das Holz nicht fressen, sondern wird es ins Nest tragen und es weiter vergrößern. Wespen sind habgierig ihr ganzes kurzes Leben lang und versuchen während ihrer Lebenszeit möglichst viel zu bauen und zu beschaffen. Sie sehen ein wenig ähnlich aus wie die Bienen mit ihrem gestreiften Körper, sind aber von ihrem Wesen das komplette Gegenteil. Sie raffen alles für sich, um das zu vermehren, was ihrem Wespenclan gehört, ob es Baumaterial ist oder Nahrungsmittel. Sie sind nicht wählerisch und nehmen alles, was sie kriegen können, sowohl Süßes als auch Herzhaftes und davon möglichst viel. Notfalls stechen sie auch zu, wenn die Besitzer die Sachen verteidigen und sie in die Enge treiben. Ich habe sie mir bewusst ausgedacht, um einen Gegenpol zu schaffen zu den friedlichen und gütigen und fleißigen Bienen, die köstlichen Honig produzieren und die Blüten bestäuben. So wie du dich fühlst, wenn eine Wespe dir beim Essen um den Teller schwirrt, so fühle ich mich, wenn ich einen habgierigen Menschen dabei zusehe, wie er anderen wegnimmt, was ihm nicht gehört. Aber wenn ich wiederkomme, werde ich Gerechtigkeit herstellen und dem Egoismus ein Ende setzen. Verlasse dich darauf!“

Jetzt ist mir klar, warum ich mich immer so unwohl fühle, wenn mir eine Wespe zu nahekommt. Ich bin auch schon mehrmals von einer gestochen worden. Habgier ist wirklich eine schlimme Sache und macht auch die Menschen zu unangenehmen Gesellen. Hoffentlich merke ich es, wenn ich selbst zu viel für mich haben und behalten will. Hilf mir, die guten Gaben zu teilen, die du uns gegeben hast.

„So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinheit, schändliche Leidenschaft, böse Begierde und die Habsucht, die Götzendienst ist.“ Kolosser 3, 5

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