Ding-Dong! Liebe Freunde stehen vor der Tür und begrüßen uns mit den Worten: „Ihr habt aber schön geschmückt hier vor der Türe.“ Eigentlich hatte ich wenig Zeit zum Schmücken dieses Jahr vor Weihnachten. Deshalb betrachte ich später das Ensemble vor unserer Haustüre, das aus einem Holzstern und drei Blumenkübeln besteht, in die ich etwas lieblos ein paar Tannenzweige gesteckt hatte Das einzige, das darin wirklich schön aussieht, sind die Christrosen, die von ganz alleine wie jedes Jahr zu dieser Zeit zu blühen begonnen hatten. Diese Art Blumen geben mir immer wieder ein Rätsel auf. Gott, wie schaffst Du es nur, dass sie gerade dann aufblühen, wenn es am kältesten ist und die Tage ganz kurz sind?
„Ja, da fragst du mich etwas, das schon viele Wissenschaftler brennend interessiert hat. Wodurch wissen die Samen, Wurzeln oder Zwiebeln in der Erde, dass ihre Zeit gekommen ist um zu keimen, Neues entstehen zu lassen, Blüten und Blätter hervorzubringen, d. h. neu zum Leben zu erwachen. Dieses Geheimnis ist das Geheimnis des Lebens, mein Geheimnis. Ich werde es nicht offenbaren, denn das würde schlimme Folgen haben. Die Christrose blüht mitten in der kältesten Jahreszeit und trotz den widrigen Lebensumständen. Sie ist eigentlich relativ unscheinbar, bezeugt aber jedem, der sie wahrnimmt, dass es eine Hoffnung gibt in jeder Lebenssituation und dass bei mir alles möglich ist. Genauso habe ich meinen Sohn in die Welt gesandt in ganz unwirtliche Umstände in eine Futterkrippe und zu einem Zeitpunkt, als mein Volk sehr unterdrückt war. Leider ist es nach wie vor so, dass nur wenige Menschen vor diesem Wunder stehen bleiben, so wie du vor der Christrose, und erkennen, welche Hoffnung in ihm verborgen liegt. Aber wenn ich ihn wieder zur Erde senden werde in noch viel schlimmere Umstände hinein, dann werden sie ihn alle erkennen, dann werden sie mich alle erkennen.“
Mir kommt ein altes Weihnachtslied in den Sinn: Es ist ein Ros entsprungen, aus einer Wurzel zart. Wie uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art. Und hat ein Blümlein bracht, mitten im kalten Winter, wohl zu der halben Nacht … Ich summe es noch eine ganze Weile vor mich hin an diesem Abend.
„Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen.“ Jesaja 11, 1
Mit einem Arm voller Blumen, mit Alpenveilchen und Azalee bin ich am Heiligen Abend auf meine Frau zugegangen – aber an Christrosen hatte ich mich nicht getraut, Da fehlte uns Erfahrung. Sie waren nie in unserem Blickfeld. Das hat sich jetzt geändert. Morgen werde ich eine Christrose kaufen. Zeichen der Hoffnung sind immer richtig. Als Ihr alle 4 frisch und munter nach der Christmette vor uns standet, da war das auch wie ein Lichtblick. Es hat uns gut getan, Euch zu begegnen. Danke für all Eure Liebe, das wiederholte Begegnen und die Freude allein beim Anschauen.
Was wird uns dieses Jahr an Begegnungen bringen? Wir wollen viel beten, daß der Herr den Himmel öffnet und Segen herabschüttet über all die Events, die wir planen. In Liebe Eure Horst und Renate