„Es ist kalt geworden.“ Diese Worte wirft mir eine Frau im Vorbeigehen zu. Ich nicke und ziehe den Schal ein wenig enger. Ich freue mich auf zu Hause und das gemütlich warme Wohnzimmer. Gleich nachdem ich dort ankomme, wird der Kamin angefeuert. Dann betrachte ich die kalte Natur aus dem geschlossenen Terrassenfenster. Da leuchtet es plötzlich zwischen den kahlen Zweigen hervor: Feuer!!!! Brennt da unsere Hecke? Es dauert einen Moment, bis ich realisiere, dass es sich bei dem Feuer nur um das Spiegelbild unseres Kaminfeuers im Terrassenfenster handelt und unsere Hecke nicht wirklich in Flammen steht. Gott, jetzt bin ich aber erschrocken. Warum flößt uns Feuer so einen Respekt ein?

„Feuer wird deshalb als gefährlich wahrgenommen, weil es immer wieder Unheil anrichtet auf Erden. Es fasziniert die Menschen aber auch, wenn es in geregelten Grenzen genutzt werden kann. Das Kaminfeuer durch die schützende Scheibe anzuschauen und die Wärme zu genießen, die es im Wohnzimmer verbreitet, ist doch sehr angenehm. Oder jetzt in der Adventszeit gehört es für viele Menschen dazu, wenn die Kerzen nach und nach am Adventskranz angezündet werden. Aber es passiert auch jedes Jahr, dass durch unbeaufsichtigtes Feuer Wohnungen zerstört werden oder Wälder abbrennen. Diese Mischung aus Faszination und Furcht ist sehr bezeichnend und findet sich immer wieder, wenn es um die Beziehung zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt geht. Wer sich ohne Jesus auf die Mächte in der unsichtbaren Welt einlässt, der wird sich früher oder später nicht nur die Finger verbrennen. Wer sich aber auf Jesus einlässt, der könnte sich auch ohne Furcht für den Heiligen Geist öffnen. Mein Feuer zerstörte weder den Dornbusch, als ich Mose zum Führer Israels berufen habe, noch die Stiftshütte auf der Wüstenwanderung. Auch die Apostel kamen nicht zu Schaden durch die Feuerzungen, die an Pfingsten auf sie fielen. Ich möchte auch heute noch Menschen berufen und ihre Herzen in Brand stecken. Doch viele haben Angst, dann ganz und gar verbrannt zu werden – leider!“

An diesem Abend sitze ich noch lange vor dem Kamin, genieße die Wärme und betrachte das Flammenspiel. Ich bin aber sehr vorsichtig, wenn ich Holz nachlegen muss. Habe ich auch zu viel Respekt vor dem Heiligen Geist und lasse es nicht zu, dass er sein Feuer in mir am brennen hält?

„Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“ Matthäus 3, 11

One thought on “29. Was hast du dir eigentlich dabei gedacht, als du das Feuer geschaffen hast?

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