Der Spätsommer präsentiert sich von seiner heißen Seite, so dass man nur mit geöffnetem Fenster einigermaßen schlafen kann. Auch wir haben unsere Balkontüre heute Nacht ganz offen gelassen. Geschlafen habe ich dadurch tatsächlich relativ gut. Allerdings ist das Erwachen oft nicht sehr angenehm. Auch heute werde ich nicht etwa von der Kühle des Morgens geweckt, sondern von dem absolut aufdringlichen Gekrächze der Elstern, die sich auf dem Dach des Nachbarhauses niedergelassen haben. Leider haben wir einige dieser Vögel bei uns in der Gegend. Müde drehe ich mich auf die andere Seite und versuche nochmal einzuschlafen, aber die unangenehmen Vogelstimmen halten mich davon ab. Voller Unmut mache ich Gott den Vorwurf, dass er den Elstern doch eine schönere Stimme hätte geben können.

“Was willst du eigentlich? Es gibt doch eine ganze Menge Vögel, die sehr schöne Stimmen haben. Ich brauche auch ein paar, die andere Aufgaben wahrnehmen, als ihre Zuhörerschaft musikalisch zu unterhalten. Das Gekrächze der Elstern ist ein perfekter Warnruf für die Tierwelt. Wenn Gefahr droht, hört man es in einem großen Umkreis und es gibt den anderen Vögeln und Tieren die Möglichkeit, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Ein Warnsignal klingt selten angenehm in den Ohren, würde aber sonst den Zweck nicht erfüllen. Bei den Propheten war es auch schon immer so, dass viele Menschen ihre Predigten oder Botschaften als unangenehm empfunden haben. Diejenigen aber, die sich davon haben wachrütteln lassen und umgekehrt sind von ihren falschen Wegen, die wurden dann gerettet. Auch heute noch gibt es viele Gemeinden, denen der prophetische Dienst fehlt, weil er mitunter unangenehm ist. Ihnen ist nicht bewusst, wie gefährlich das sein kann.”

Hellwach steige ich nun aus dem Bett und trete auf den Balkon hinaus. Mit den Augen suche ich nach den Elstern, durch deren Gekrächze ich heute Morgen wieder etwas dazugelernt habe. Welch einen wertvollen Dienst tun sie doch! Gibt es in deiner Gemeinde einen prophetischen Dienst?

“Und der HERR hat zu euch immer wieder alle seine Knechte, die Propheten, gesandt; aber ihr habt nie hören wollen und eure Ohren mir nicht zugekehrt und mir nicht gehorcht, wenn er sprach: Bekehrt euch, ein jeder von seinem bösen Wege und von euren bösen Werken, so sollt ihr in dem Lande, das der HERR euch und euren Vätern gegeben hat, für immer und ewig bleiben.” Jesaja 25, 4+5