Es ist spät geworden. Wir haben einen schönen Abend bei Freunden verbracht, mehr als ein Gläschen Wein getrunken und sehr gute Gespräche geführt. Trotz der späten Stunde ist es noch gar nicht richtig dunkel. Der Vollmond steht groß und hell am Himmel und leuchtet uns auf dem Weg nach Hause. Als es noch keine Straßenlaternen gab, hatte der Mond bestimmt eine sehr wichtige Aufgabe zur Orientierung bei Nacht. Aber, Gott, wenn du ihn deshalb an den Nachthimmel gesetzt hast, warum leuchtet er dann nicht immer so hell, sondern nimmt wieder ab bis er gar nicht mehr zu sehen ist?
„Nein, du vermutest ganz richtig: Die Leuchtkraft des Mondes war nicht mein Hauptanliegen, als ich ihn ans Firmament setzte. Vielmehr sollte er dazu dienen, die Dauer von Zeitspannen sichtbar zu machen. So wie die Sonne die Länge eines Tages begrenzt, so legt der Mond die Länge eines Monats fest, von einem Neumond bis zum nächsten. Wenn sich die Erde zwischen ihn und die Sonne schiebt, dann deckt ihr Schatten einen Teil des Mondes ab. Er leuchtet auch nicht aus sich selbst heraus, wie die Sonne, sondern reflektiert nur das Sonnenlicht. Er symbolisiert damit die Thora, mein niedergeschriebenes Gesetz. Dieses Gesetz ist ein Orientierungspunkt für die Menschen in der Finsternis dieser Welt. Sie sollen daran erkennen, wie sie eigentlich leben sollten, aber je nachdem wie sehr sich ein Mensch oder sein Umfeld gegen Jesus stellt, wird die Bedeutung des Gesetzes verdunkelt und manchmal gar nicht mehr wahrgenommen. Ein Mensch kann nicht vor Gott bestehen, denn er schafft es nicht, aus sich selbst heraus das ganze Gesetz Gottes zu erfüllen und es ist unendlich mühsam, auf dem Lebensweg voranzukommen, wenn man nur immer versucht religiösen Vorschriften zu genügen. Und trotzdem kehren viele Menschen Jesus den Rücken zu, anstatt sich auf die Sonnenseite zu begeben. Warum nur?
Dank des elektrischen Stromes der Straßenlaternen und der Autoscheinwerfer finden wir den Weg nach Hause gut. Aber um auf dem Lebensweg ans Ziel zu gelangen genügt es nicht, möglichst viel Gutes zu tun. Das hat mir Gott heute wieder ganz klar im Mondlicht vor Augen gestellt. Verlass dich auch du nicht auf deine guten Taten, sondern lebe im Licht!
„Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Johannes 8, 12