Wenn ich in diesen Tagen über eine Blumenwiese laufe, dann fühle ich mich zurückversetzt in meine Kindheit. Wie oft habe ich meiner Mama einen kleinen Strauß Gänseblümchen mit nach Hause gebracht. Und auch als junge Erwachsene habe ich ihr manchmal zum Muttertag einen großen Wiesenblumenstrauß selbst gepflückt. Wie sehr sich meine Mutter darüber gefreut hat, konnte ich erst nachvollziehen, als meine eigenen Kinder mit kleinen, fast schon zerquetschten Gänseblümchen in der Hand und strahlenden Augen in der Küche standen. Diese kleinen Liebesbeweise sind mit Geld nicht zu bezahlen. Dankbar wende ich mich an den Schöpfer dieser unscheinbaren kleinen Blumen und sage ihm wie sehr ich mich freue, dass es nicht nur die großen und prächtigen Blüten gibt. Er scheint zu lächeln, als er mir antwortet:

„Ja, ich habe Blumen geschaffen, um die Herzen der Menschen zu erfreuen. So können die Kinder ihrer Mama Wiesenblumensträuße pflücken und die Männer mit einem Strauß roter Rosen der Frau ihrer Träume ihre Liebe zeigen. Schnittblumen oder Topfpflanzen werden hin- und her verschenkt als Mitbringsel, als Geburtstagsgeschenk, als Dankeschön … nicht zuletzt schmücken blühende Blumen Särge und Gräber, um die Erinnerung an liebe Menschen zu verschönern. Dass ich so viele verschiedene Blumenarten geschaffen habe, hat den Grund zu veranschaulichen, wie vielfältig auch die Menschen selbst sind. In meinen Augen sehe ich sie auch als eine Art Blumen. Die Blüten sind so vielfältig wie die Gaben, die ich den einzelnen Menschen gegeben habe. Manche Gaben stechen ins Auge und sind so offenbar wie die Amaryllis, andere Gaben sind eher unauffällig und klein wie Gänseblümchen auf der Wiese. Manche vertragen Frost, andere nicht, sie blühen lang wie die Orchideen oder kurz wie der Hibiskus. So sind auch die Gaben der Menschen mal auffälliger und mal unscheinbar, zeigen sich kurz in manchen Augenblicken oder sind beständig sichtbar. Du kannst sicher sein, dass ich alle Blüten stets vor Augen habe und keine der Gaben übersehe, wenn sie für mich eingesetzt werden. Sie alle sind mir eine Freude und keine ist wertvoller als die andere in meinen Augen. Jede Windel, die gewechselt wird, jedes Pflaster, das auf eine Wunde geklebt wird, jedes Gutenachtlied oder jede Gutenachtgeschichte blüht vor mir wie auf einer Blumenwiese.“

Oh! Ich wusste gar nicht, wieviel Wertschätzung Gott uns Müttern entgegenbringt. Mein Herz saugt sie auf wie ein Schwamm und ich habe das Gefühl, dadurch neue Kraft und Liebe für meinen Alltag zu kriegen. Ich wünsche allen Müttern, dass diese Wertschätzung Gottes auch in ihnen eine Quelle der Kraft für den Alltag wird.

„Meine Kinder, lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.“ 1. Johannes 3, 18

 

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