Ich liebe es, im Urlaub noch vor dem Frühstück eine kleine Runde im See zu baden. Meistens halte ich mich dabei in der Ufernähe auf und schwimme von einem Badesteg zum nächsten. Zwischen zwei Stegen sehe ich eine Gruppe von Seerosen. Sie scheinen auf der Wasseroberfläche zu treiben und ich nähere mich neugierig, um zu schauen, ob ich irgendwo eine Blüte sehe, die ich pflücken könnte. Da, plötzlich packt mich etwas am Bein. Je mehr ich strample, desto mehr scheint sich ein Band um meine Beine zu wickeln. aus Leibeskräften schwimme ich von den Seerosen weg auf den nächsten Steg zu und halte mich erschöpft daran fest. Was war denn das, Gott?
“Du hast diese Wasserpflanzen unterschätzt. Von oben sieht man nicht, dass sie über lange Stiele am Boden des Sees verwurzelt sind. Sobald du in eine Gruppe von Seerosen hineinschwimmst, werden sich deine Beine in den Stielen verheddern. Das kann lebensgefährlich sein, wie du gerade gemerkt hast. Höchstens die Blüten und Blätter, die sich ganz am Rand oder etwas abseits einer Gruppe befinden, könnte man abpflücken. Das ist auch das Prinzip und der Sinn von Gemeinde, wie ich sie mir wünsche. Meine Kinder können nicht gut alleine in der Welt überleben. Auch die, die sich nur am Rande einer Gruppe aufhalten und sich nicht so recht entscheiden können, wo sie dazugehören möchten, die sind in Gefahr, dass jemand sie von ihren Wurzeln abtrennt, weil er sie als Souvenir mit nach Hause nehmen will. Es ist viel besser, eine Gruppe von Menschen um sich zu haben, die fest in meinem Wort verwurzelt sind und die sich gegenseitig vor den Angriffen des Feindes schützen können.”
Das werde ich mir merken und mich in Zukunft noch mehr darüber freuen, wenn ich meine Freunde sonntags im Gottesdienst oder während der Woche im Hauskreis treffe. Achte auch du darauf, die Menschen am Rand der Gemeinde mit in die Gemeinschaft einzubinden, um sie zu schützen.
“Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.” 1. Petrus 5, 8