Nach dem Mittagessen haben wir uns auf den Weg gemacht. Die kleine Wanderung hinein in das Naturschutzgebiet führt uns zunächst auf einem Waldweg entlang und später durch eine ausgedehnte Wiesenlandschaft. Wir sehen seltene Pflanzen am Wegesrand und bewundern die unberührte Natur. Wir genießen die Ruhe, als eine Melodie an unser Ohr dringt und immer lauter wird. Meine Augen suchen nach dem Sänger und dann sehe ich ganz hoch über uns einen kleinen Vogel, so klein, dass er kaum zu erkennen ist. Weil der Gesang dieses Vogels so wunderschön klingt, bin ich mir ganz sicher: Es muss eine Lerche sein. Ich möchte am liebsten mit in diesen Jubel einstimmen. Gott, das war eine tolle Idee von dir, solche Vögel zu erschaffen.

“Gefällt dir der Gesang dieses kleinen Vogels? Ja, er hat wirklich eine schöne Stimme. Das ist ein wenig auch als Ausgleich dafür gedacht, dass er sonst so eine unscheinbare Gestalt hat. Das Männchen fliegt hier oben in der Luft und markiert sein Herrschaftsgebiet. Überall dort, wo man seine Stimme hören kann, da ist sein Revier. Ich habe ihn aber gleichzeitig zum Zeichen gesetzt für die Menschen, die seinen Gesang hören. Er soll sie daran erinnern, dass sie zum Lob meiner Herrlichkeit geschaffen sind. Überall dort, wo ein Mensch seine Stimme hören lässt und meine Größe und Macht in einem Lied verkündigt, dort breitet sich mein Herrschaftsgebiet aus. Ich liebe es auch, gerade unscheinbare Menschen mit einer schönen Stimme auszustatten und zu Lobpreisern zu berufen. Auch du gehörst dazu, meine liebe Tochter.”

Ich spüre eine unbändige Freude über diesen Zuspruch und über den neuen Auftrag, Gott zu loben. Wie von selbst formen sich die Worte eines alten Lopreisliedes in meinem Mund und sprudeln hinaus in die Welt, während wir weiter wandern. Hilf auch du den Herrschaftsbreich Gottes mit deinen Liedern auszubreiten, denn dazu bist du geschaffen.

“Du aber bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels.” Psalm 22, 4