Heute muss ich nach der Arbeit noch in der Reinigung vorbei und die Anzugsjacke meines Mannes abholen. Letzte Woche hat er auf dem Bahnsteig die Hinterlassenschaft einer Taube abgekriegt. Pflatsch – der Gruß von oben traf nicht nur die Jacke, sondern auch den Rucksack. Eine ziemliche Sauerei! Die Frau in der Reinigung war sich nicht sicher, ob der Fleck rausgehen würde. Das käme darauf an, was die Taube denn zuvor gerade gefressen hatte. Na klasse, vielen Dank auch, liebe Taube! Bislang dachte ich, dass die Tauben ganz besondere Vögel sind, denn in der Bibel kommen sie eigentlich immer ganz gut weg. Aber sie produzieren doch genauso viel Dreck wie die anderen Vögel. Sie sind gar nichts Besonderes, stimmt’s, Gott?
„Ja und nein. Sie sind zwar nicht die kleinsten Vögel, aber doch sehr unscheinbar. Normalerweise leben sie in den Felsspalten und nicht in den Dachbalken von Bahnhofsgebäuden. Das ist nur eine Notlösung für die Tauben in der Stadt. Du weißt, ich habe eine Schwäche, für das Unscheinbare und Kleine. So habe ich mir die Taube ausgesucht, um immer wieder Botschaften von mir zu den Menschen zu bringen. Ihren Gehorsam zeigte sie mir, als sie das Olivenblatt damals zu Noah auf die Arche brachte und damit verkündete, dass die Zeit meines Zornes ein Ende hatte. Seither gilt sie als Friedensbotin, was sie in gewisser Weise sicherlich ist. Ganz bewusst habe ich mir auch die Taube ausgesucht, um meinem Sohn nach seiner Taufe den Heiligen Geist zu senden. Die Botschaft, die sie damals an ihn und die Beobachter dieser Szene überbrachte, lautete: ‚Seht her, diese beiden sollen von nun an das paar Tauben sein, das alle Menschen zum Sünd- und Brandopfer bringen können, auch wenn sie noch so arm sind.’ Jesus hat sofort verstanden, dass er das Sündopfer sein würde und der Heilige Geist das Brandopfer.“
Die Anzugsjacke meines Mannes ist Dank der Bemühungen der Reinigungsfirma wieder sauber geworden. Und ich bin Jesus unendlich dankbar, dass er das Sündopfer für mich gebracht hat, um mich von meiner Schuld zu reinigen. Lass auch du zu, dass der Heilige Geist das Feuer der Liebe in Dir neu entzündet.
„Vermag er aber nicht ein Schaf zu geben, so bringe er dem HERRN für seine Schuld, die er getan hat, zwei Turteltauben oder zwei andere Tauben, die eine zum Sündopfer, die andere zum Brandopfer.“ 3. Mose 5, 7